Gerade beim Ausfüllen des Jagdtagebuches stolpern viele über eine Seite: die Zeichenseite.
Muss ich das wirklich zeichnen können?
Die Antwort ist einfach: Nein.
Aber wer es nutzt – bewusst und ruhig – gewinnt enorm viel jagdliche Erfahrung.
Dieser Beitrag richtet sich bewusst auch an Jungjäger und an alle, die es werden wollen.
🦌 Was bedeutet „Wild zeichnen“ eigentlich?
Beim Zeichnen des Wildes geht es nicht um Kunst, sondern um Beobachtung.
Eine Skizze oder kurze Beschreibung hilft dabei,
das Verhalten des Stücks zu erfassen
die Körperhaltung zum Zeitpunkt der Einwirkung zu erinnern
spätere Rückschlüsse auf Trefferlage und Wirkung zu ziehen
Schon wenige Striche oder Worte reichen aus, um ein klares inneres Bild zu speichern.
✍️ Wie kann das Zeichnen aussehen? (ganz praktisch)
Du hast mehrere Möglichkeiten – alles ist erlaubt, nichts ist Pflicht:
1️⃣ Einfache Umrissskizze
Kein Detail, kein Anspruch – nur:
Rückenlinie
Läufe
Kopfstellung
So erkennst du später sofort:
Stand? Flucht? Breit oder schräg?
2️⃣ Markierung der Einwirkung
Mit einem Punkt, Kreuz oder Kreis kannst du kennzeichnen:
vermutete Trefferlage
beobachtetes Schusszeichen
vermutete Ausschussseite
Gerade für Jungjäger ist das extrem wertvoll für die spätere Nachsuche-Bewertung.
3️⃣ Ergänzung durch kurze Worte
Wenn du nicht zeichnen möchtest, reicht auch Text, z. B.:
„Stück stand breit, Kopf leicht gesenkt“
„Nach Schuss starkes Zusammenbrechen der Hinterhand“
„Flucht mit tiefem Haupt, Zeichnen deutlich“
Diese Stichworte ersetzen keine Skizze – sie sind die Skizze im Kopf.
🧠 Warum ist das Zeichnen für Jungjäger besonders wichtig?
Beim ersten Wildkontakt läuft vieles unter Stress ab.
Das Zeichnen oder Beschreiben im Jagdtagebuch hilft, diesen Moment nachzubereiten.
Gerade wichtig sind dabei:
Reaktion des Wildes bei Eintritt des Projektils
Verhalten unmittelbar nach dem Schuss
Fluchtverhalten (Richtung, Geschwindigkeit, Zeichnen)
Wer das regelmäßig festhält, lernt:
Wirkung besser einzuschätzen
Trefferlagen realistischer zu beurteilen
ruhiger und sicherer zu handeln
Kurz gesagt:
👉 Zeichnen schult jagdliche Urteilskraft.
🦌 Verhalten des Stücks bei Treffer – was man festhalten sollte
Ohne in medizinische Details zu gehen, lassen sich typische Beobachtungen notieren:
sofortiges Zeichnen oder Abkommen
Wegspringen, Zusammenbrechen, Buckeln
Flucht mit/ohne sichtbares Schweißzeichen
Diese Beobachtungen sind kein Ersatz für Ausbildung, aber eine wertvolle Ergänzung zur eigenen Erfahrung.
📖 Unser Jagdtagebuch – bewusst offen gestaltet
Die Zeichenseiten in unserem Jagdbuch sind absichtlich nicht vorgegeben.
Keine Linien, keine Pflichtfelder, kein Zwang.
Warum?
Weil jeder Jäger anders beobachtet – und anders lernt.
Ob:
Skizze
Stichwort
Kombination aus beidem
Alles ist richtig, solange es ehrlich festhält, was du gesehen hast.
🎯 Fazit
Du kannst das Wild zeichnen.
Du musst es nicht.
Aber wer sich die Zeit nimmt, das Erlebte festzuhalten – mit Stift oder Worten –
wird feststellen:
Das Jagdtagebuch wird mit jedem Eintrag wertvoller.
Nicht für andere.
Sondern für dich.
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Viel Spass beim Erinnerungen schaffen und lernen.